Wir sind die Kinder unserer Erde - Ein fächerübergreifendes Literaturprojekt im Ethikunterricht der Klassen 5b und a

Bert1Eines Morgens war die Chomreh leer ist eine Geschichte des iranischen Kinder- und Jugendschriftstellers Houshang Moradi-Kermani. Houshang Moradi-Kermani stammt - wie sein Nachname schon verrät – aus der Wüstenstadt Kerman im Südosten Irans. Östlich davon beginnt die Wüste Lut, einer der trockensten und heißesten Gebiete dieser Erde. In Moradi-Kermanis Geschichte wird das Leben in einem Dorf außerhalb Kermans beschrieben. Die einzige Dorfschule hat ein Problem: Die Chomreh, ein großer Tonkrug gefüllt mit frischem Wasser, hat einen Sprung. Wir erfahren etwas von der Bedeutung des Wassers vor allem in solchen trockenen und heißen Gegenden.Immer wieder zerspringen sie, weil die Temperaturen am Tag heißer sind als nachts. Wasser in Metallbehältern zu sammeln, wäre sinnlos, die heizen sich auf.

Bert2

Wir lernen, dass sich die Schüler*innen dieser Dorfschule während ihrer Pausen Wasser aus der Schulchomreh nehmen, um ihren Durst zu stillen. Die Chomreh, ein Tonkrug, ist nicht nur ein Kultur-gegenstand, sondern auch ein wichtiger Alltags-gegenstand. So konnten die meisten Schüler*innen des Ethikkurses an ihr Wissen über die eigene Kultur anknüpfen. Viele kennen ihren Gebrauch.Mohamed Shukaifi berichtete sofort, wie sie die Chomrehs in Syrien nutzen. Andere berichteten, dass in der Türkei turşu (im Iran: torshi = eingelegtes Gemüse) in Tonkrügen eingelegt wird.

Bevor wir kreativ wurden lasen wir kapitelweise die Geschichte und kamen dem Lebensraum am Rande einer Wüste näher. Mit dem irakischen Künstler Adel Ibrahim aus dem rheinland-pfälzischen Landesprogramm Jedem Kind seine Kunst und seinen originellen Ideen schaffen wir kleine Kunstwerke, angeregt durch die Vorstellungen, die beim Lesen entstanden sind.

 

Bert3

 

Unser bildnerisches Denken und Fühlen flossen in den Schaffensprozess mit ein und waren hilfreich,Beschreibungen in der Geschichte von der kaputten Chomreh besser begreifen zu können. Anschließend war die Zubereitung von Halwa geplant, eine Süßspeise, die eine Rolle in der Geschichte spielt. Da wenig Zeit blieb am Ende, haben wir gekauftes Halwa in Fladenbrot gewickelt und es auch genießen können. Herr Bert4Ibrahim hat uns begeistert und uns gefördert im Umgang mit Schreibfeder und Tinte. Wunderschöne kalligrafische Arbeiten sind dabei entstanden von großen Bildern bis hin zu schmalen Lesezeichen.

Shokran/ Danke/ شكرًا      , Herr Ibrahim!

  

 

 

Schülerkommentare: Unser Chomreh-Projekt im Fach Ethik in Zusammenarbeit mit dem Künstler Adel Ibrahim

 

Kreativer Umgang mit Bertolt Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ Ein Literaturprojekt der Deutsch E1-Kurse 10ac und 10d

image001

Im Deutsch E1-Kurs der Klassen 10 a, c und 10d haben wir im 2. Halbjahr zum Ende dieses Schuljahres ein Portfolio erstellt mit eigenen Texten zum Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“. Bereits im Januar hatten wir die Gelegenheit die moderne Interpretation des Stückes auf der Bühne des Staatstheaters Mainz zu sehen. Das nahmen wir zum Anlass, mit eigenen Ideen noch tiefer in dieses heute so aktuelle Drama einzutauchen und der Handlung und den Figuren einen eigenen Stempel aufzudrücken. 

Dabei haben wir erkannt, wie negativ Krieg Menschen charakterlich verändern kann. Im Verlauf des Dramas wird deutlich, wie es zum einen die Beziehung zwischen Mutter Courage zu ihrer Tochter Kattrin zerstört, zum anderen das Verhalten des Kochs Frauen gegenüber beeinflusst, bis hin zu den Plünderungen und Vergewaltigungen, die Soldaten im Laufe ihres Kriegseinsatzes einsetzen und die sie zu Unmenschen werden lassen – unbenommen der Tatsache, dass sie in ihrer militärischen Aufgabe immer an Gewaltakten teilhaben. Krieg ist immer ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und kann nie Probleme lösen, er bringt nur Zerstörung, Chaos und Verzweiflung! Ordnung und Disziplin seien die Tugenden, die man in der Armee lerne– wie es der Feldwebel bereits in Szene 1 propagiert, um junge Männer für den Krieg zu rekrutieren -, sie verkehren sich dann aber ins Gegenteil. Wenn die stumme Tochter Kattrin die einzige ist, die noch ein wahres Empfinden zeigen kann und dabei sich aktiv in Geschehnisse einmischt, erscheint es uns, als würde sie gegen Windmühlen kämpfen. Aber sie gibt nicht auf und bewahrt sich ihre Menschlichkeit, die geprägt ist von Mitgefühl, Solidarität und Selbstlosigkeit. Dafür wird sie aber große Opfer bringen müssen, allein kann das keine*r wirklich tragen – ein Apell, der uns bewusst macht, dass wir in Krisenzeiten zusammenhalten müssen. In unseren Texten, die wir kreativ und literarisch schreiben konnten ohne Druck und Einengung, haben wir über einzelne Figuren aus dem Stück nachgedacht, über ihre Probleme und ihre Beziehungen zueinander. Wir haben Leerstellen gefüllt, erfanden zusätzliche Personen und Handlungen, die das Geschehen in ein neues Licht rückten. Wir haben Grenzen verschoben in unseren Köpfen, haben versucht, unsere Gedanken in eine Sprache zu bringen, sind auf Entdeckungsreise gegangen und in Diskussionen und Nachspielen kamen neue Bilder auf, die uns inspirierten. Unser lebloser Klassenraum mit seinen immer in einer Linie ausgerichteten Tisch- und Stuhlreihen war gefühlt nicht gerade der passende Ort, um wirklich mit Lust und Laune kreativ schreiben zu können. Am Ende aber sind es die zahlreichen Ergebnisse, die wir uns gegenseitig vorgetragen haben, die zählen. Gerne hätten wir es zu einem Theaterstück zusammengefasst, doch die Zeit ließ dies leider nicht mehr zu. So möchten wir auf diesem Weg eine Auswahl unserer Texte hier veröffentlichen und damit zum Nachdenken anregen.

Ich höre Kabul mit geschlossenen Augen

 

image005

 Vorwort

Unsere Parallelgedichte sind im Deutsch-E1-Kurs bei Frau Bertram entstanden. Als wir zum Thema „Stadtlyrik“ in unserem Deutschbuch Theodor Storms bekanntes Gedicht „Du graue Stadt am Meer“ lasen, so konnten nur wenige unter uns sich ein Bild von dieser norddeutschen Stadt machen, die Storm hier beschreibt. Wer von uns war je schon einmal an der Nordsee und kann etwas mit dieser grauen Atmosphäre anfangen?

Also machten wir uns auf die Suche nach den Städten, die wir kennen. Als Vorlage diente uns Orhan Velis berühmtes Gedicht „Ich höre Istanbul“/“Istanbul’u dinliyorum“. Es erzählt von Sehnsucht nach einer Stadt, die schön ist und von wohligen Gerüchen durchzogen wird. Gedichte beschreiben Bilder und sind geprägt von Emotionen. In uns löste das ein Gefühl von „Keyif“ /Genuss und Glückseligkeit aus.

Es lag nahe, dass auch wir über jene Städte schreiben wollten, die uns geprägt haben, in uns weiterleben und auch bestimmte Gefühle auslösen. So übernahmen wir Orhan Velis Gedichtschema und hörten, fühlten, rochen und sahen in unsere Städte hinein. Da die meisten von uns einen weiteren kulturellen Hintergrund haben, wählten wir „unsere“ Städte.

So war es für Silva wichtig, sich noch einmal an Aleppo zu erinnern, für Vincenzo ist es Cantania, für Enrico Palermo, für Mohamed Nador, für Julius ist es Frankfurt und für Jordan, Jay, Carolin und Marlon Mainz usw. Es ist letztendlich eine bunte Sammlung geworden und wie wir glauben, recht lesenswert. Einige von uns haben ihre Gedichte zweisprachig geschrieben.

Wer Lust hat, dass wir sie einmal in kleiner Runde zu einem bestimmten Anlass vortragen, soll sich gerne bei Mohamed Ramdani, unserem Mittelstufensprecher, oder Fr. Bertram melden.

Hier der Link zu unseren Gedichten.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Der Deutsch-E1-Kurs, 9a/c

 

„Märchenhaft! Sagenhaft! Fabelhaft!“

„Märchenhaft! Sagenhaft! Fabelhaft!“


In diesem Jahr haben mit Anna Schmitt, Samira Spangenberg und Julius Al Nawas aus der Klasse 7c erstmals Schülerinnen und Schüler der IGS Anna Seghers am jährlichen, bundesweiten Schreibwettbewerb „Schöne deutsche Sprache“ der Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache „Neue Fruchtbringende Gesellschaft“ teilgenommen.

Im Rahmen des diesjährigen Themas „Märchenhaft! Sagenhaft! Fabelhaft!“ erstellten unsere Nachwuchsautoren komplett eigene Texte, besprachen diese gemeinsam und überarbeiteten die Werke selbstständig. Eingereicht wurden am Ende die beiden Fabeln „Der Hund und die Kuh“ (Julius Al Nawas) und „Ein Wald voller Umwege“ (Anna Schmitt) sowie das Märchen „Der kleine Traum“ (Samira Spangenberg). Wir freuen uns sehr über das über den Unterricht hinausgehende Interesse und Engagement im Bereich des kreativen Schreibens und drücken den Dreien für die anstehende Entscheidung im Wettbewerb fest die Daumen.

Vorlesewoche

SAM 8116

Vom 14.11 bis 16.11.2018 fanden in der Bibliothek im Rahmen des Bundesweiten Vorlesetages mehrere Veranstaltungen statt. Es wurde in Deutsch, Türkisch, Farsi, Dari, Arabisch und in Englisch für verschiedene Jahrgangsstufen vorgelesen. Außerdem gab es auch ein kleines arabisches und türkisches Buffet. Die Aktion kam bei den Schüler/Innen sehr gut an.

Wir danken allen Beteiligten!